Immobilie als Altersvorsorge? Jetzt aktiv werden

Immobilie als Altersvorsorge ist weiterhin zu empfehlen, wenn Sie im Vorfeld Ihre Hausaufgaben gemacht haben
19 Feb
Immobilie als Altersvorsorge? Trotz steigender Immobilienpreise ist die Finanzierung erschwingich wie nie. (Foto: gratisography)

Die Immobilie als Altersvorsorge ist ein wichtiger Baustein der Lebensplanung. Seit Niedrigzinsen Sparen infrage stellen, die Renditeaussichten bei neu abgeschlossenen Lebensversicherungen gering sind und sonstige sichere Anlageformen ebenfalls keine interessanten Verzinsungen bieten, rückt die Immobilie als Altersvorsorge aktuell wieder in den Fokus. Besonders auch deswegen, weil die EZB keine Leitzinserhöhung in diesem Jahr plant. Und damit die Zinsen für Baufinanzierung weiterhin historisch niedrig sind. Andererseits werden Immobilien immer teurer und die  2017 vom Gesetzgeber eingeführte Wohnimmobilienkredit-Richtlinie macht es auch nicht leichter, eine zukunftssichere Finanzierung auf die Beine zu stellen. Deswegen stellt die Frage, ob eine Immobilie als Altersvorsorge noch sinnvoll ist?

Eine Immobilie als Altersvorsorge ist eine attraktive Option

Laut einer aktuellen Umfrage von Immobilienscout24 wollen fast 50 Prozent der Mieter in Deutschland raus aus der Abhängigkeit vom Vermieter. Sie wollen damit das Risiko von unabsehbaren Mietpreissteigerungen minimieren. Fakt ist: Wer heute 1.000 Euro Miete im Monat zahlt, kann mit diesem Geld normalerweise auch eine Immobilie finanzieren. Um sich besonders günstige Zinsen langfristig zu sichern, sollte über ca. 30 Prozent Eigenkapital-Anteil an der Gesamtfinanzierung verfügen. Die Zahlen zeigen: Deutschland finanziert risikobewusst. Der Eigenkapitalwert sowie die Laufzeit der Zinsbindung sind in den letzten Jahren signifikat gestiegen. Das steht in krassem Gegensatz zu den Gründen, die 2008 zum Platzen der Immobilienblase in den USA führten. 100% Finanzierungen sind den Deutschen genauso suspekt wie zu kurz laufende Baufinanzierungsverträge (z. B. 5 Jahre) oder eine zu niedrige Anfangstilgung.

Das Interesse an einer Immobilie als Altersvorsorge und Geldanlage

Interessant ist, dass inzwischen viele sogar darüber nachdenken, neben der selbst genutzten Immobilie eine weitere zu kaufen, um diese dann zu vermieten. Laut Studie denken inzwischen 25 Prozent aller Baufinanzierungsinteressierten darüber nach. Im Rahmen der Altersabsicherung haben Immobilien längst Lebensversicherungen, Anleihen, Fondsparen oder Aktien von den ersten Pltzen verdrängt. So rangiert die vermietete Immobilie zur Altersabsicherung bereits an zweiter Stelle.

Was viele trotzdem vergessen: Auch eine Sanierung nutzt dem Konzept der Immobilie als Altersvorsorge. Wenn Ihr Eigentum bei Eintritt ins Rentenalter modernisiert ist, haben Sie die folgenden ca. 25 Jahre keinen Investitionsbedarf mehr. Deswegen empfiehlt es sich, bei älteren Immobilien eine Modernisierung zu den aktuell sehr günstigen Zinsen und mit geförderten Krediten der KfW durchzuführen (z. B. altersgerecht umbauen, energetische Sanierungsmaßnahmen etc.).

Die Immobilie als Altersvorsorge bringt in erster Linie an Sicherheit

Wie die Analyse der von der ACCEDO vermittelten Baufinanzierungen ergab, stiegen im letzten Jahr  die Laufzeit der Baufinanzierungsverträge (auf über 12,5 Jahre), die Anfangstilgung (auf knapp unter 3 Prozent) wie auch die Eigenbeteiligung (Beleihung). Das sind erfreuliche Zahlen und zeigen dass der deutsche Immobilienkäufer auf Sicherheit setzt Besonders in den Ballungszentren wie Hamburg, Berlin und München ist trotz teurer Immobilienpreise der Eigenanteil an der Baufinanzierung besonders hoch.

Natürlich muss eine Immobilienfinanzierung wohl überlegt sein. Die Hürden sind aktuell hoch. Die Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie zwingt die meisten Immobilienkäufern, die Baufinanzierung bis zum Eintritt des Rentenalters zu tilgen. Das bedeutet, dass man früher (zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr) als bisher einen Immobilienkauf planen sollte. Trotzdem muss die Anschaffung wohl überlegt sein. Und mehr als 30 Prozent des monatlich zur Verfügung stehenden Netto-Haushaltseinkommens sollte man ebenfalls nicht investieren. Durch die Ankündigung der EZB, dieses Jahr den Leitzins nicht erhöhen zu wollen, bleibt genügend Zeit, den Immobilienwunsch zu konkretisieren und die Suche danach zu intensivieren. Zumal Familien mit einem oder mehreren Kindern auch von der staatlichen Förderung des Baukindergelds profitieren können.

Keine Risiken eingehen – im Vorfeld Möglichkeiten und Wünsche mit Ihrem Baufinanzierungsberater besprechen

Bevor Sie sich für eine Immobilie entscheiden, bereits das Gespräch mit einem Baufinanzierungsberater suchen. Klären, wie hoch der Kauafpreis sein kann, ohne zu hohe finanzielle Risiken einzugehen. Vorher einen ehrlichen privaten Kassensturz machen, um ei genaues Bild über Ihre finanziellen Möglichkeiten zu haben. Wer sich erst nach Kassensturz und fundierter Beratung auf Immobiliensuche begibt, kann das Risiko besser einschätzen und sich im Rahmen des tatsächlich Leistbaren risikovermiedend entscheiden.

Wollen Sie eine Gebrauchtimmobilie kaufen oder eine bereits im besitz befindliche Immobilie für die Altersabsicherung sanieren, stellen sich im Vorfeld andere Fragen. Die Feststellung des Sanierungsbedarfs, die Überlegungen zur Energieeffizienz und sowie deer Umbaubedarf (z. B. Vergrößerung der Räume, altersgerechte Umbauten) stehen dann im Fokus . Denn so investieren Sie nciht nur in Substanz sondern auch in den zukünftigen Wiederverkaufswert. So eruieren sie mit dem Berater im Vorfeld der Maßnahmen den Finanzierungsbedarf.

Eine frühzeitige Kontaktaufnahme und Entscheidung über Ihren Finanzierungspartner vor dem tatsächlichen Immobilienkauf hat noch einen weiteren Vorteil. Haben Sie die passende Immobilie gefunden, können Sie dann sehr schnell an das zum Kauf benötigte Geld kommen. Oft ein wichtiger Entscheidungsgrund von Maklern und Hausbesitzern. Deswegen: Umfassend informieren, sich frühzeitig beraten lassen, um dann schnell und effizient eine Immobilie oder eine Sanierung zu finanzieren.

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