Immobilienkauf besser als Miete: Eine Studie

Immobilienkauf besser als Miete – trotz Immobilienboom und Angst vor der Immobilienblase: Wer heute Eigentum kauft, fährt auf lange Sicht besser.
18 Apr
Immobilienkauf besser als Miete? Die Postbank-Studie glaubt, dass das auch 2030 der Fall sein wird. (Foto: gratisography)

Trotz steigender Immobilienpreise, trotz Boom bei den Baufinanzierungen: Langfristig ist Immobilienkauf besser als Miete zeigt die neue Postbank-Studie, die im März unter dem Titel ”Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt” veröffentlicht wurde. Obwohl sich die Preise in den Ballungszentren wie München seit 2006 im 95 Prozent verteuert haben, ist das Ergebnis eindeutig: Wer Altersabsicherung und finanzielle Sicherheit im Fokus des Interesses hat, sollte sich jetzt, da die Zinsen der Baufinanzierung besonders günstig sind, um einen Immobilienkauf kümmern.

Immobilienkauf besser als Miete: Auf die Stadt kommt es an

Die Postbank-Studie befasst sich mit der Situation in den 36 größten deutschen Städten und kommt zum Schluss, dass für Interessenten in jeder 4. Stadt der Immobilienkauf besser als Miete ist. Das erscheint verwunderlich, da man ja allerorten von explodierenden Quadratmeterpreisen, sündhaft teueren Immobilienangeboten und von fehlenden Wohnraum insbesondere in den Ballungszentren liest. Aber es lohnt sich der differenzierte Blick:

Die Ergebnisse der Postbank-Studie zeigen, dass man insbesondere in Städten wir Frankfurt/Main, Hannover, Kiel, Karlsruhe, Braunschweig, Essen, Erfurt, Mainz, Münster und Rostock sich jetzt auf die Suche nach Wohneigentum begegeben sollte, dann hier sind die Preise des Immobilienkauf besser als die Miete. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Da ist einerseits die Mietpreissituation geschuldet: Laut Studie hat ein um ein Euro je Quadratmeter höheres Mietniveau bei Eigentumswohnungen eine Kaufpreiserhöhung von im Durchschnitt rund 313 Euro je Quadratmeter zur Folge. Daraus resultiert die Aussage, besonders in oben genannten Städten in Immobilien zu investieren.

Andererseits liegt das auch an der Bevölkerungsentwicklung. ”So lässt ein Bevölkerungsanstieg um ein Prozent die Preise für Eigentumswohnungen in Städten im Schnitt um 3,5 Prozent steigen, bei Einfamilienhäusern um 1,9 Prozent” sagen die Experten der Postbank. Das Bevölkerungswachstum wird in den nächsten 10 Jahren ein Ende finden, denn mit dem demografischen Wandel gehen auch die Einwohnerzahlen in vielen Städten zurück. Ein Faktor hierfür stellt aber auch die Flüchtlingsfrage dar: Sie bremsen den Bevölkerungsrückgang in vielen Städten (und stabilisieren die Preise auf dem Immobilienmarkt), während sie in den prosperierenden Städten des Westens (München, Hamburg, Bremen, Kön) und Ostens (Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig) für eine weiterhin angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt sorgen werden.“Der Flüchtlingszuzug hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Kaufpreis von Immobilien, aber er ruft sogenannte Kaskadeneffekte hervor“ steht in der Studie zu lesen. Dieser Zuzug führt zu einer höheren Nachrfage nach preisgünstigen Wohnungen. Das wiederum treibt den Wunsch vermögender Bewohner, Eigentum zu erwerben (eine Frage des sozialen Status), was sich somit wieder auf den Kaufpreis auswirken wird.

Immobilienpreise werden in schrumpfenden Städten zudem aufgrund der höheren Wohnflächen-Nachfrage stabilisert. Auch das ist eine gute Nachricht für Immobilienkäufer, die planen, in Regionen, die aktuell von Schrumpfungstendenzen gekennzeichnet sind, eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu kaufen. Gut geschnittene und entsprechend ausgestattene Immobilien in infrastrukturell guten Lagen werden auch in Zukunft keinen Wertverlust befürchten müssen.

Immobilienkauf besser als Miete: Jetzt sollten Sie handeln

Die Infografik der Postbank-Studie zeigt: Dort wo Städte bis 2030 schrumpfen, da sind auch die Immobilienpreise interessant. Auf Grundlage dieser Daten gibt es in Deutschland genügend Argumente, erstens nicht von einer Immobilienblase zu reden und zweitens Immobilien zu kaufen, deren Werthaltigkeit auch 2030 noch gegeben ist.

Die Postbank-Studie rechnet damit, dass sich die durchschnittlichen Quadratmeterpreise aufgrund von Bevölkerungszuwachs für Eigentumswohnungen von 4,4 Porzent bis 2030 moderat steigern werden. Nur noch 2 von 5 Städten in Deutschland werden mit Bevölkerungswachstum bis 2030 rechnen können. Diese Situation wird nach Meinung der Postbank-Experten sich auch auf die Kaufpreise für Immobilien auswirken.

Folgt man diesen Prognosen, dann wird in vielen Fällen Immobilienkauf besser als Miete sein. Natürlich sollte man aber trotzdem nicht unbedacht sich für eine Immobilienfinanzierung entscheiden; Neben der unstrittgig besseren Lebensqualität in der eigenen Immobilie und einer ebenso wichtigen Absicherung der Altersvorsorge ist immer auch die prognostizierte Entwicklung einer Stadt ein wesentlicher Faktor; In Berlin sollte man den Wunsch nach Eigentum möglichst schnell realisieren, da Berlin das bevölkerungsmäßig am stärksten wachsendes Ballungsgebiet in Zukunft sein wird. In Frankfurt am Main ist der Druck weit weniger groß.

Am Ende zählt sowieso, wie viel Mittel Sie zur Verfügung haben, um den Traum vom Eigenheim zu realisieren. Wer es nicht als renditesteigerndes Invest sieht, sondern als Steigerung des eigenen Lebensstandards und wer zudem über entsprechendes Einkommen und entsprechende Eigenmittel verfügt, der sollte die aktuelle Niedrigzinsphase unbedingt nutzen und sich jetzt um die passende Immobilie kümmern.

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