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Immobilientrend 2021: das Dorf gewinnt

14 Sep
Immobilientrend 2021: Leben im Dorf – ein Wunsch von vielen. Auch von Ihnen? Darüber sollten Sie nachdenken. (Foto: pexels.com)

Die letzten Jahrzehnte waren von einem massiven Zuzug in die Städte gepägt. Der Immobilientrend der Vergangenheit – vor allem auch in der Nachwende-Ära – war von Landflucht geprägt. Die Immobilienpreise in ländlichen Regionen brachen ein und Leerstände prägten bald das Bild in den Dorfkernen. Das war in Ost wie West so. Fast 80 Prozent der Menschen wohnen aktuell in einer Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: das großes kulturelle Angebot, größere berufliche Perspektiven, mehr soziale Kontakte und viele Freizeitmöglichkeiten. Doch dann kam Corona mit dem Effekt, dass Städte nicht mehr die gleiche Anziehungskraft wie früher ausüben.

Immobilientrend 2021: Großstädte verlieren Einwohner

Das Forschungsinstitut empirica veröffentlichte kürzliche eine Studie, die diesen gefühlten Trend mit Zahlen unterfüttert: 2020 schrumpfte zum Beispiel Stuttgart um ca. 6.000 Einwohner. Auch in München, Köln, Berlin und Frankfurt ist dieser städtische Negativtrend sichtbar. Zuwächse sind hingegen in den ländlichen Einzugsbereichen von Großstädten zu finden: besonders im Umland von Berlin – auch in größeren Entfernungen bis zu Ostsee – sowie in den Einzugsbereichen Münchens bis vor die Tore von Augsburg, in der sogenannten Metropolregion Nürnberg, Erlangen bis Bamberg und in den Regionen Koblenz, Trier bis nach Saarbrücken ist diese Tendenz besonders ausgeprägt.

Besonders ist eine Suburbanisierung zu beobachten: raus aus der Stadt, aber trotzdem nicht allzu weit weg. Dadurch wachsen die sogenannten Speckgürtel. Außerdem könnte die Pandemie den Trend der Stadtflucht verstärken: Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Homeoffice-Regelungen an, die das Arbeitsleben flexibler machen. Und Menschen wollen auch nicht mehr dicht auf dicht leben.

Immobilientrend 2021: auf der Suche nach entspannteren Lebensentwürfen

Der eigene Wohnraum ist eines der wichtigsten Anliegen: deswegen spielen viele – auch psychologische – Faktoren eine Rolle: die urbane Wohnsituation macht zunehmend Stress: ständige Mietpreiserhöhungen, die extrem schwierige Suche nach Wohneigentum, aber auch die soziale Distanzierung als Folge der Pandemie, die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsstätten durch Home-Office-Möglichkeiten, die zunehmende Freizeitgestaltung jenseits der Großstädte und auch die zunehmende Unerschwinglichkeit von Wohnraum im Eigentum für immer breitere Gesellschaftsschichten lenken den Blick auf den ländlichen Raum. Eins ist sicher: der Traum vom eigenen Haus ist weiterhin ein wesentlicher Motor, dass in der Mehrheit junge Familien und Senioren das Dorf zunehmend attraktiv finden.

Auf den ersten Blick überraschend ist die Digitalisierung ein besonders wichtiger Entscheidungsgrund für den Wegzug aus der Stadt. Da muss der ländliche Raum jetzt besonders aktiv werden. Ein wichtiger Indikator für die Wahl des Wohnorts ist die Internetverfügbarkeit – und damit der focierte Breitbandausbau. Wer aus dem Homeoffice arbeiten darf und will, braucht eine gute Internetverbindung. Dadurch ist die Digitalisierung nicht nur im internationalen Wettbewerb emminent wichtig, sondern auch im regionalen Vergleich. Inzwischen ist der Breitbandausbau im ländlichen Raum massiv vorangekommen – auch wenn die Verfügbarkeit in Städten meist besser ist.

Städtische Vorteile, auf die man im Dorf nicht verzichten will

Der Immobilientrend 2021 zeigt aber auch: Die Infrastruktur im Dorf muss passen. Der kurze Wege zum Arzt, Kinderbetreuung und nah liegende Eigenkaufmöglichkeiten, insbesondere für Lebensmittel und eine verkehjrstechnische Anbindung an Städte ist für den modernen Menschen wichtig. Diese Hausaufgaben müssen die Kommunen machen, wenn sie von dem Trend der „Stadtflucht” profitieren möchten.

Das Leben in der Stadt verliert aus vielen Gründen seinen Reiz. Ein wichtiger Faktor der Lebensqualität ist das Umfeld und die Nachbarschaft. Viele Großstädte geben nicht den Menschen nicht mehr das Gefühl von sozialer Sicherheit. Viele Stadtviertel entwickeln sich zu Monokulturen und „sozialen Ghettos”. Das Gefühl eines konsistenten Miteinanders geht zunehmend verloren. Daraus wächst der Wunsch, Großstädten den Rücken zu kehren.

Zieht es Sie auch aufs Land? Machen Sie den Realitätstest.

Traum und Realität liegen manchmal doch auseinander. Deswegen ist ein kritisches Hinterfragen wichtig – besonders dann, wenn man seinen Lebenstil umkrempeln möchte. Der Immobilientrend 2021 zeigt, dass der ländliche Raum aus vielen Gründen attraktiv ist: geringere Lebenshaltungskosten, ein „gesünderes” Umfeld, aktive Freizeitgestaltung und mehr Raum zum Leben. Auf der anderen Seite sind aber höhere Mobilitätskosten genauso zu sehen, der höhere Zeitaufwand fürs Pendeln, Verlust intensiver sozialer Kontakt mit dem Freundeskreis und manchmal sehr eingeschränkte kulturelle Angebote. Auch ist die Infrastruktur wie Arzt, Einkaufsmöglichkeiten, Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie schulische und kinderbetreuende Angebote einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Aus Sicht der Baufinanzierung sind weitere Faktoren zu beachten: die Finanzierung eines Neubaus oder eines Immobilienkaufs werden von kreditgebenden Banken anders bewertet als in Ballungszentren und Städten. Dabei ist zu beachten, das Dörfer, Kleinstädte und ländliche Gemeinden jeweils anders bewertet werden. Deswegen wichtig, weil die Immobilie der Bank bei der Finanzierung als Sicherheit dient. Und wenn der Neubau- bzw. Kaufpreis im Vergleich zu rortsüblichen Wertermittlung höher ausfällt, kann die eine oder andere Bank von einer Finanzierung absehen. Das betrifft vor allem strukturschwache Regionen mit einer negativen Entwicklungsprognose.

Sie wollen aufs Land? Reden Sie vorher mit einem bankenunabhängigen Baufinanzierungsvermittler

Immobilientrend 2021: Gehören Sie auch zu der Mehrheit der knapp 35 Prozent, die laut einer Befragung aus dem Jahr 2020, wenn sie sich ihren Wohnort aussuchen könnten , das Leben im Dorf bevorzugen (übrigens: weit weniger Befragte wünschen sich einen Wohnort in einer Kleinstadt auf dem Land oder am Stadtrand)? Dann wird es für die Baufinanzierung wichtig sein, in welcher Region Sie sich zukünftig ansiedeln wollen. Selbst wenn Sie noch keinen Baugrund oder noch keine Bestandsimmobilie gefunden haben, macht eine vorherige Wertermittlung Sinn. Denn so finden Sie heraus, welcher Preis für Neubau oder Kauf überhaupt in Frage kommt, um sicher finanzieren zu können.

Hierzu können Sie bequem und ohne weitere Verpflichtung den accedo-Immobilienwert-Rechner nutzen. Wählen Sie die Region und suchen Sie nach einer Immobilie, die in Größe und Lage Ihren Wünschen entspricht. So erhalten Sie einen realistischen Schätzwert, der Ihnen dann auch eine Vorstellung des Wertes vermittelt, den Sie über eine Bank problemlos finanzieren können.

Finanzieren mit einem Baufinanzierungskredit
Mit eiinem Baufinanzierungskredit können Baukosten sowie Kaufkosten finanziert werden. Kaufnebenkosten aber nicht.
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