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Trendwende trotz nochmals fallender Zinsen?

Fiskalpakt, Schuldenbremse und EZB – Europa bewegt sich und die Zinspolitik mit.

Fiskalpakt, Schuldenbremse und EZB – Europa bewegt sich und die Zinspolitik mit.

Nach Wochen in denen faktisch keine Bewegung auf dem Zinsmarkt zu verzeichnen war, können wir aktuell wieder einen Trend zu sinkenden Zinsen erkennen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, so ist zum einen die EZB natürlich bedacht, die langsam wachsende Wirtschaft der Euroländer zu unterstützen, zum anderen steht dem ein nicht planbarer Arbeitsmarkt gegenüber. Die Entwicklung dort, mit einer leichten Stagnation an Neueinstellungen lässt uns für die Zukunft eher einen sinkenden Zinssatz vermuten. Betrachtet man nun die unklare Situation um die „neuen“ Krisenländer der EU, so deutet auch hier der Kurs der EZB eher in Richtung einer unterstützenden Zinspolitik um die Beschaffung von günstigem Geld zu ermöglichen. Daher sieht unsere aktuelle Prognose folgendes Szenario vor: „die Zinsen werden in der nahen Zukunft wieder etwas sinken, jedoch wird es nur ein kurzfristiges Zinstief sein. Danch ist eine Trendwende zu erwarten”.

Trendwende wegen Politikwende?

Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist der Wahlausgang in Frankreich sowie die Entwicklung in Grossbritannien. Mit der Wahl von Francois Hollande könnte Deutschland Frankreich als Mitstreiter der Sparpolitik und der Schuldenbremse verlieren. Hollande kündigte bereits am Wahlabend an, dass sich Frankreich vermehrt um Wachstumsinvestitionen kümmern würde. Das würde den europäischen Sparpakt zumindest aufweichen und ein Startschuss für eine Trendwende auf dem Zinsmarkt sein. Hollande ist der Meinung, dass ein rigider Sparkurs für Frankreich und die Krisenländer nicht die richtige Maßnahme ist. Man solle neue Schulden aufnehmen, um so Zukunftsinvestitionen anschieben zu können.

Ende der europäischen Sparpolitik?

In das europäische Szenario ist in den letzten Wochen auch wieder Bewegung gekommen. In den Niederlanden hat der Rechtaußen-Populist Gerd Wilders die Regierung zum Scheitern gebracht und nach den Wahlen in Griechenland erscheint dieses Land unregierbar, da keine klaren Machtverhältnisse zu erkennen sind, zumal die äußerste Linke und äußerste Rechte unerwartet hohen Zuspruch zu Lasten der gemäßigten bisherigen Regierungsparteien bekommen hat. Alle Wahlgewinner haben sich teilweise massiv gegen die Fortführung der rigiden europäischen Sparpolitik ausgesprochen. Wie lange der europäische Fiskalpakt noch hält, ist ungewiss. Ein Ende dieser europäischen Sparpolitik würde sofort die Inflation befeuern und damit eine Trendwende einleiten, die die Zinsen wieder nach oben treiben wird.

Verschärfte Eigenkapitalvorschriften für Banken

Zudem werden die Banken durch die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften sowie durch die Auflagen gegen Staatshilfen gezwungen, ihre Bilanzsummen zu reduzieren. Als Effekt wirdes dadurch zu einer Einschränkung bei der Vergabe von Krediten kommen. Auch hier ist ein Indikator für eine mögliche Trendwende zu sehen. Nahezu alle europäische Banken werden wohl in den nächsten Jahren ihre Kreditvergabe zurückfahren, um die neuen Auflagen erfüllen zu können. Zudem müssen sie aufgrund des griechischen Schuldenschnitts große Bilanz-Abschreibungen vornehmen – besonders dann, wenn weitere Staaten wie Spanien, Portugal oder Irland in Zukunft einen ähnlichen Schuldenschnitt benötigen. Auf der politischen Bühne scheint es sicher, dass der Euro in allen Krisenländern beibehalten werden soll – kostet es was es wolle. Zudem hat die EZB entgegen ihrer bisherigen Gewohnheiten mehr als 1.000 Mrd. Euro für 3 Jahre den Banken zur Verfügung gestellt, damit diese weiterhin Staatstitel kaufen können, um die Finanzierung der Staaten zu gewährleisten.

Was bedeutet das für Baufinanzierer?

Je mehr Vertrauen Anleger dem Eurogebiet entziehen, umso wahrscheinlicher erscheint eine Inflation am Horizont. In nächster Zeit spricht aber noch einiges dafür, dass die Zinsen auf ihrem historischen Tiefstand verharren. Weicht aber nur eines der in den letzten drei Jahren aufgebauten Bollwerke gegen Inflation auf, werden die Märkte schnell reagieren, da die Stimmung nach wie vor äußerst nervös ist und eine Trendwende nach oben steht dann vor der Tür.

Doch keine Trendwende in Sicht?

Prognosen sind in diesen finanzmarktpolitisch unsicheren Zeit eher schwierig, wir meinen aber, dass sich kurzfristig keine Trendwende der historischen niedrigen Baugeld-Zinsen einstellen wird – zu wichtig erscheint die Unterstützung der kriselnden Euroländer, um den Euro nicht zu gefährden. Auf längere Sicht wird diese Umkehr aber wohl nicht zu vermeiden sein.
Deswegen sollten Hausbauer und Immobilienkäufer das derzeitige Zinsniveau möglichst langfristig festzuzurren evor es zu einer Trendwende kommt.. Auch wenn es auf den ersten Blick verlockend erscheint, sich über 5 oder 10 Jahre zu Zinssätzen unterhalb 3% p.a. zu finanzieren, können wir nur raten, mindestens 15 Jahre abzuschließen. 20-jährige Volltilgungsdarlehen, die die gesamte Darlehenssumme während der Zinsbindungsfrist zurückführen, sind aber mit Abstand die „günstigsten” Varianten – insbesondere wenn Sie mit einem Beleihungswert von 60% agieren. So handeln Sie unter dem Strich am kostensparensten und haben zudem Planungssicherheit, was in (geldpolitisch gesehenen) unsicheren Zeiten Gold wert ist.