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Ratentilgungsdarlehen statt Annuitätendarlehen

Ratentilgungsdarlehen als Alternative zum Annuitätendarlehen. Das weiss nicht jeder.
31 Jul
Ratentilgungsdarlehen: im fortgeschrittenen Alter finanzieren, um dann die Rente finanziell unbelastet genießen zu können. (Foto: pexels.com)

Wer über eine Baufinanzierung nachdenkt, meint in erster Linie ein Annuitätendarlehen, denn das ist die meistgenutzte Darlehensform. Einfach deswegen, weil sie immer gleichbleibende monatliche Belastungen bietet und damit auch leichter über einen langen Zeitraum planbar ist. Es gibt darüber hinaus aber noch viele andere Darlehensformen. Eine interessante Alternative für alle, die im Laufe des Kredits immer weniger zahlen möchten, ist das Ratentilgungsdarlehen.  Wer diese Option wählen möchte, muss allerdings einige Bedingungen erfüllen können.

Das Ratentilgungsdarlehen startet mit einer hohen monatlichen Belastung

Wie der Name Ratentilgungsdarlehen schon sagt, geht es in erster Linie um eine schnelle Tilgung. Bei einem Ratentilgungsdarlehen werden Tilgung und Zinsen voneinander getrennt – und oftmals auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten imLauf des Monats bezahlt. Der Kunde bedient sozusagen Tilgung und Zinsen voneinander unabhängig. Der monatlich zu zahlende Zins berechnet sich immer auf die aktuelle Restschuld – und diese sinkt immer weiter während der Darlehenslaufzeit. Die Zinsen tendieren am Ende der Laufzeit dann gegen null, d. h. je näher der Darlehensnehmer dem Darlehensende kommen, umso geringer fallen die monatlichen Belastungen aus.

Anders die Tilgung, der bleibt über die Laufzeit immer gleich. Der Tilgungssatz sollte bereits am Anfang möglichst hoch eingestellt werden, um dadurch die Restschuld schneller zu verkleinern. Das geht natürlich nur, wenn man genügend Angespartes zur Verfügung hat, um Tilgungen von 8 oder 9 Prozent bedienen zu können. Dadurch ist das Ratentilgungsdarlehen für alle interessant, die über entsprechendes Kapital oder ein überdurschnittliches Einkommen verfügen.

Bei einem Annuitätendarlehen verhält es sich übrigens genau anders herum. Man startet mit einer eher geringen Tilgungsrate von 3 Prozent. Diese steigt im Laufe der Finazierung automatisch bis zum Ende an, weil sich im Gegenzug die zu zahlenden Zinsen verringern (wegen der geringer werdenden Restschuld). Da die monatlich zu tätigende Rückzahlung an die finanzierenden Bank aber immer gleich bleibt, „merkt” der Darlehensnehmer eigentlich nichts von den stetig steigenden Tilgungs- und den stetig fallenden Zins-Zahlungen.

Das Ratentilgungsdarlehen ist für alle interessant, die sich spät zu einem Immobilenkauf entscheiden

Das Ratentilgungsdarlehen setzt eine hohe Finanzkraft voraus. Besonders für Kreditnehmer, die z. B. erst ca. 15 Jahre vor Ende der Berufslaufbahn eine Immobilie finanzieren wollen, ist das Ratentilgungsdarlehen und interessante Option. Weil die monatlichen Belastungen am Anfang der Laufzeit vergleichsweise hoch sind und danach immer weniger werden, ist diese Darlehensform geeignet, diese dann auch nach Eintritt ins Rentenalter bedienen zu können.

Der Eintritt in die Rente – und die damit verbundene Verringerung der monatlichen Einnahmen – ist auf Grundlage der Kreditvoraussetzungen, die Banken prüfen, ein wichtiger Termin. Oftmals ist ja zu lesen, dass man, wenn mal älter als 50 ist, eher schwierig ein Darlehen erhält. Dadurch aber, dass sich die monatlichen Belastungen zum Ende der Laufzeit hin deutlich verringern, ist so eine Baufinanzierung auch nach Eintritt in die Rente möglich. Weil man dann in der Rente deine deutlich geringere monatliche Belastung als am Anfang hat.

Auch bei einem Ratentilgungsdarlehen ist eine flexible Vertragsgestaltung möglich

Die Altersgruppe von 50+ wird zunehmend für Banken attraktiv. Diese stellen sich deswegen mit besonderen Angeboten auf diese Altersgruppe ein. Ratentilgungsdarlehen werden auch mit flexiblen Elementen angeboten. So kann man während der Laufzeit zum Beispiel die Tilgung erhöhen und nach Eintritt in die Rente senken.  Und de Kreditnehmer erfüllt damit die Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) sowie die Richtlinien zur Kreditwürdigkeit. Beide Vorgaben sollen vor der Überschuldung im Rentenalter schützen.

Schwierig ist es allerdings noch, einen Kreditgeber zu finden, der Ratentilgungsdarlehen anbietet. Deswegen ist schon die Hilfe eines versierten und bankenunabhängigen Baufinanzierungsvermittlers nötig. Da auch die KfW zu den Anbietern von Ratentilgungsdarlehen zählt, ist sowieso ein Vermittler notwendig, da man nicht direkt mit der KfW in Kontakt treten kann (die KfW ist genaugenommen eine Förderbank für Banken).

Zuletzt – wenn  auch im aktuellen Zinsumfeld nicht relevant: Diese Darlehensform eignet sich besonders in Hochzinsphasen. Denn durch eine hohe Tilgung kann man schnell die Zinsbelastung reduzieren. Das spart dann richtig Geld. Ein Ratentilgungsdarlehen wird in der Regel zu den selben Zinskonditionen abgeboten wie ein Annuitätendarlehen. Aber auch in der aktuellen Niedrigzinsphase ist diese Darlehensform interessant. Wer über ein entsprechendes Vermögen verfügt kann dieses – neben der notwendigen Eigenmittelfinanzierung der Immobilie – für die anfänglich hohe monatliche Belastung (neben dem Einkommen) einbringen. Dadurch kommt man in den Genuss einer besonders günstigen Finanzierung und einer schnelleren Schuldenfreiheit.

Und je früher die Schuldenfreiheit eintritt, umso mehr Zinsen hat man sich gespart. Wer mit Anfang 50 eine Immobilie finanzieren möchte, sollte sich deswegen auch über die Vor- und Nachteule eines Ratentilgungsdarlehens umfassend vom Fachmann informieren lassen. Es ist zwar eine gute, aber nicht die einzige Möglichkeit, auch im fortgeschrittenen Alter zukunftssicher baufinanzieren zu können. Eine weitere Möglichkeit z. B. ist das Kombi-Darlehen.

Kombi-Darlehen – eine Kombi aus variabler- und Annuitäten-Baufinanzierung für die schnellere Schuldenfreiheit
Wenn man über ein Baufinanzierungsdarlehen spricht, meint man gemeinhin einen Kredit mit festgeschriebener Laufzeit und Zinsen sowie monatlich gleichbleibenden Raten. Dass nennt man ein Annuitätendarlehen und ist die in Deutschland am häufigsten genutzte Baudarlehensform. Doch man kann auch anders finanzieren. Zum Beispiel mit einem Kombi-Darlehen. Dieses Kombi-Darlehen kombiniert eine variable Baufinanzierung mit einem Annuitätendarlehen. Wie …
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