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Dubai und deutsche Hypothekenzinsen: Talfahrten können Spaß machen, müssen aber nicht.

Dienstag, 08. Dezember 2009

Wie die große europäische Zinslandschaft und kleine deutsche Anleger vom Dubai-Schock profitieren können*…

Auch im Märchen kommt manchmal eine große Dürre!

Seit Jahren blickt die Welt auf ein kleines Emirat namens Dubai und wundert sich, dass Märchen wohl doch manchmal wahr werden. Denn Dubais ökonomische Situation klingt wie ein Traum der Superlative: Endloses Wachstum, die schönsten Hotels, schnelles Geld und gigantische Baustellen. Die spektakuläre Entwicklung verdankt das Emirat jedoch zwei sehr realen Tatsachen – den Erdölreichtum und einer sehr liberalen Wirtschaftspolitik.

Und dann passiert das, was eben auch in Märchen manchmal geschieht: Der scheinbar schier unerschöpfliche Geldsegen versiegt: Die Gläubiger der Gesellschaft Dubai World, eine der drei großen Holding-Gesellschaften, werden um Aufschub gebeten – die fälligen Rückzahlungen können nicht geleistet werden. Dubai World ist mit rund 59 Milliarden Dollar verschuldet: Weit über die Hälfte aller Verbindlichkeiten des Emirats. Die Finanzmärkte reagieren mit Abschlägen und zeigen Verunsicherung¬ – was niemanden wundern sollte, muss Dubai doch in kommenden Jahren viele Millionen refinanzieren.

Freud und Leid liegen eng beieinander!

Doch wie so oft in der (letztendlich nicht wirklich märchenhaften) Welt der Finanzen ist „des einen Leid des anderen Freud“! Die Zinsmärkte blieben nach dem Dubai-Crash auf ihrer Talfahrt: ganz besonders steil nach unten bewegt sich der Hypothekenzins, der schon fast ein neues Rekordtief erreicht hat: immer hin ist er so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr! Bei manchen Zinsbindungen unterschreitet er deshalb die Zinsgrenze sogar um bis zu 3 Prozent. Wer jetzt eine Baufinanzierung mit einer maximal fünfjährigen Zinsbindung abschließt, kann unter Umständen mit einem Zinssatz von ca. 2,95 % rechnen.
Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass eine kurze Zinsbindung auch einen niedrigen Zinssatz mit sich bringt – und gerade in einer Niederzinszeit ist es ratsam, eine möglichst lange Zinsbindung zu wählen, um den niedrigen Hypothekenzins auch möglichst langfristig zu sichern.

* … aber auch nicht müssen.