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Wenn Sch(w)eine fliegen können

Beflügelnde Zeiten für Baufinanzierung und Immobiliendarlehen.

Beflügelnde Zeiten für Baufinanzierung und Immobiliendarlehen.

Prinzipien, Konsequenz und Geld harmonieren selten.

Die Politik der EZB (Europäische Zentralbank) steht in diesen Tagen im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Denn deren bisherige konsequente Unabhängigkeit scheint gefährdet – und somit auch die Glaubwürdigkeit der Währungsbehörde. Laut eigener Aussage ist die EZB “die Zentralbank für die gemeinsame europäische Währung, den Euro. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Kaufkraft des Euro und somit Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. ” Dieses Zitat stammt direkt von der EZB, ebenso wie diese Erklärung: “Umfassende theoretische Analysen und empirische Belege zur Zentralbankunabhängigkeit zeigen, dass die Unabhängigkeit der EZB der Gewährleistung von Preisstabilität förderlich ist. Die Unabhängigkeit der EZB ist im institutionellen Rahmen für die einheitliche Geldpolitik (dem EG-Vertrag und der Satzung) festgelegt. Weder die EZB noch eine nationale Zentralbank noch ein Mitglied ihrer Beschlussorgane darf Weisungen von Organen oder Einrichtungen der Europäischen Gemeinschaft, Regierungen der EU-Mitgliedstaaten oder anderen Stellen einholen oder entgegennehmen.” Genau dies Prinzip scheint jetzt verwässert zu werden. Anfang des Jahres versprach der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet, dass keine aufweichenden Maßnahmen, die der Rettung einzelner Länder dienen, beschlossen würden. Trotzdem verzichtet die europäische Zentralbank jetzt beim Umgang mit Griechenland auf die strengen Bonitätsregeln und verteidigt diesen Schritt als Notaktion – die Mindestanforderungen für griechische Staatsanleihen wird ausgesetzt. Im Gegenzug werden deutsche Staatsanleihen, die im Vergleich zu den der PIIGS (übrigens eine nicht umstrittene Wortkreation, die zwar auf den ersten Blick für Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien steht – auf den zweiten aber einen unschönen Vergleich zieht!) als sicherer Hafen gelten, immer begehrter! Dies wiederum drückt nicht nur die Zinsbelastung der Bundesrepublik, sondern auch die Kosten für Baudarlehen. Schließlich möchten die Anleger ihr Geld in Sicherheit wissen – sprich in den Schuldenverschreibungen des Landes, das die größtmögliche Zuverlässigkeit bietet – und das ist nach wie vor Deutschland. Das ist nicht nur für den Verbraucher von Vorteil. Schließlich zahlt der Staat jetzt weniger Zinsen und platzierte am Kapitalmarkt laut der renommierten Wirtschaftszeitung Handelsblatt seit September 2009 über 120 Milliarden Euro: dies ergibt dem Handelsblatt zufolge einen Zinsvorteil von 600 Millionen Euro! Genau davon profitieren die Bundesbürger, die jetzt eine Immobilie finanzieren möchten oder über eine Anschlussfinanzierung nachdenken. Obwohl die Aussicht auf eine Verschlimmerung der Krise bzw. auf eine Inflation beängstigend ist – kommt es wirklich noch zu einer Inflationierung, profitieren Kreditnehmer auch von der zu erwartenden Entwertung ihrer Schulden, wenn die aktuellen Konditionen schnell und möglichst langfristig festgeschrieben wurden.

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